Bericht von Hugo Schmid
Vom 29.05.–5.06.2009 nahmen Lisbeth und Alfred Feichtinger, Margrit und Dario Gläss, Silvia Sternegg und Hugo Schmid zusammen mit 4 Ruderinnen, 1 Ruderer von RC Undine Radolfzell und 1 Ruderin von Belvoir Zürich an der Voga Longa in Venedig teil und gingen dann auf eine Rundfahrt auf den Gardasee, den Lago d'Iseo und den Lago di Como.
Man startete am Freitag, 29.5. mit einem Kleinbus und Bootsanhänger mit 2 Vierer-Gigs von Radolfzell und RCS und Feichtingers Doppelzweier in Arlen und traf die beiden Feichtingers und die Zürcherin Mägi Steiner auf der Fähre zum Lido, wo Quartier bezogen wurde.
Am Samstag, dem Vortag der Voga Longa ruderte di Gruppe traditonsgemäss in der Lagune zu den Inseln Erasmo und Murano zum Teil mit, dann wieder gegen eine starke Strömung und Wind. Die Boote lässt man in einem Seitenkanal nahe der Unterkunft, vermeidet so das Gerangel beim Ruderklub Diadora am nächsten Morgen.
Am Sonntag, 31. Mai verspricht der Himmel nicht allzu Gutes. Gegen Wind und Wellen kämpfen sich die 2 Gigs zum Becken von San Marco durch, wo der Start punkt neun mit dem Startschuss freigegeben wird. Zum Kampf gegen Wind und Wellen kommt der gegen die anderen Boote. Dort, wo der Ruderkanal enger wird, sind die gute Steuerfrau oder Steuermann gefragt. Der Wind treibt einige Boote auf Sandbänke und das ständige Korrigieren im Bootswimmel macht ein zügiges Rudern unmöglich bis man nach San Erasmo in offenes Wasser gelangt. Hier herrschen hoher Wellengang und starker Gegenwind. Alle rudern verbissen und erreichen schliesslich das Etappenziel Burano, wo der schon traditionelle Rastplatz aufgesucht wird und Leib und Seele sich stärken können, bis es weiter geht via Murano nach Venedig, dank Rückenwind im Schnellzugtempo. Dank Steuerkunst werden wir von den hinten in doppelter Bootshöhe anrollenden Wellen nicht wie andere erfasst, sonst erginge es uns wie vielen anderen: absaufen. Viele Motorboote standen aber zur Hilfeleistung bereit.
Vor der Kanaleinfahrt von Murano wieder Drängelei. Kurz vor der Einfahrt in den Cannaregio treiben einige gekippte Boote im Wasser. Die Polizei ist am Auffischen des Materials. Wir erreichen den Kanal unbeschwert und das stop-and-go an diesem Engpass beginnt. Auf beiden Seiten des Kanals stehen zahlreiche applaudierende Zuschauer – darunter Lisbeth und Alfred – und feuern die Ruderer zum letzten Stück Fahrt an. Am Ende des Canal Grande erhalten alle eine Medaille. Dank weniger Wind gelingt auch die letzte Etappe zum RC Diadora auf dem Lido. Hier werden die Boote aus dem Wasser genommen und verladen. Kaum fertig beginnt es aus Kübeln zu regnen.
Laut Statistik einer Zeitung waren 1600 Boote und 6100 Ruderer angmeldet. 30 Boote kenterten, 50 Leute schwammen im Dreckwasser. Der Wind erreichte eine Stärke von 80 km/h.
Norditalienische Seen
Am Montag, 1. Juni: Fahrt bei schönstem Wetter nach Bardolino am Garda See, Station für 2 Nächte. Zunächst Rudertour nach Torri del Benaco (9 km). Am nächsten Tag ging die Fahrt wieder bei Sonnenschein zur Halbinsel Sirmione. Dann ging es weiter der Küste entlang. Da ein Ruderer ersetzt werden sollte, steuerte man Lazise an, wo der Austausch stattfand. Die Boote werden beim Ruderklub Bardolino verladen, der Anhänger beim Hotel parkiert. Gerudert 26 km.
Am Mittwoch: Autofahrt nach Lovere am Lago d'Iseo. Herzlicher Empfang beim Ruderklub, Einwassern kein Problem. Ausfahrt zum gegenüberliegenden Steilufer, dann zur Mont Isola, nach dem Mittagessen zurück nach Lovere. (25 km).
Am nächsten (Donners-)Tag: Autofahrt nach Cernobbio am Comer See, Quartier im Hotel Ponte Vecchio. Da der Ruderklub hier beengt ist, gewährt der Yachtclub Gastrecht, der Bootsanhänger kann hier parkiert werden. Noch am gleichen Tag rudern wir 15 km vor und um Cernobbio mit einer Schleife vor Como. An beiden Ufern konnte man herrschaftliche Villen in Parks und die üppige Vegetation bewundern. Zum Nachtessen hatte uns der Ruderklub in sein Klublokal in der Stadt eingeladen, zubereitet von den Ruderern. Einen Kostenbeitrag zum reichhaltigen Mahl nimmt man nicht an, dafür eine Einladung zum RCS an den Rhein.
Freitag, 5. Juni: Bei bedecktem Himmel führt die Rudertour zur Isola Comacina, wo das von den Landjohännern vorbereitete Picnic verzehrt wird, bevor nach dreimaliger Überquerung des Sees Como erreicht wird und schliesslich Cernobbio.( 36 km).
Samstag, 6. Juni: Heimfahrt über den San Bernardino. Problemlose Autofahrt, starker Regen im Rheintal, in Arlen scheint die Sonne. Der ausführliche Bericht kann bei Hugo Schmid verlangt werden. Alfred Feich-tinger, der mit Lisbeth die Seentour minutiös vorbereitet und organisiert hat, steht Interessierten sicherlich mit Auskünften zur Verfügung.